Hühnerstall reinigen: So bleibt der Stall hygienisch und sauber

Glückliches Cartoon-Hühnchen in einem sauberen Stall, das fröhlich im frischen Strohhaufen scharrt.

Ein sauberer Hühnerstall ist die Basis für gesunde Tiere, gute Eierqualität und ein angenehmes Umfeld für Mensch und Tier. Wer regelmässig den Hühnerstall reinigt, beugt Krankheiten vor, reduziert Parasiten wie Milben und Flöhe und verhindert unangenehme Gerüche, die auch in dicht besiedelten Gemeinden schnell zu Konflikten mit Nachbarn führen können. Besonders in der Schweiz, wo die Tierschutzverordnung (TSchV) und BLV-Fachinformationen Mindestanforderungen an Tierwohl und Stallführung definieren – etwa trockene, lockere und regelmässig zu ersetzende Einstreu –, gehört gewissenhafte Stallhygiene zur verantwortungsvollen Hühnerhaltung – egal ob im Garten einer jungen Familie, auf einem Landwirtschaftsbetrieb oder im Gemeinschaftsprojekt im Quartier.

TL;DR – Das Wichtigste zur Reinigung des Hühnerstalls in Kürze

  • Praxis-Orientierungswert: Einstreu so managen, dass sie trocken/locker bleibt und regelmässig ersetzt wird; Kotbereiche je nach Verschmutzung häufig entfernen.
  • Tägliches Entfernen von Kotbrettern und stark verschmutzter Einstreu reduziert Ammoniakbelastung, Feuchtigkeit und Krankheitsdruck deutlich.
  • Trockenheit, gute Lüftung und passende Einstreu (z. B. Hobelspäne, Strohpellets) sind entscheidend, damit der Hühnerstall hygienisch und sauber bleibt.
  • Eine systematische Reihenfolge – von grobem Ausmisten über feuchtes Reinigen bis zur Desinfektion – spart Zeit und sorgt für nachhaltige Stallhygiene.
  • Parasitenvorsorge (z. B. gegen rote Vogelmilbe) gehört fest zum Reinigungsplan und sollte besonders in den Sommermonaten intensiviert werden.
  • Je nach Kanton/Gemeinde können zusätzliche Vorgaben (z. B. zu Entsorgung/Gewässerschutz/Immissionen) relevant sein.

Warum ist ein sauberer Hühnerstall so wichtig für die Gesundheit?

Die konsequente Reinigung des Hühnerstalls ist weit mehr als eine Frage der Optik. Sie entscheidet direkt über die Gesundheit der Tiere, die Belastung mit Krankheitserregern und die Lebensdauer der Stallausstattung. In Kot, feuchter Einstreu und verschmutzter Tränke vermehren sich Keime, Pilze und Parasiten besonders schnell. Hohe Ammoniakwerte in der Luft reizen Atemwege und Schleimhäute, was die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen erhöht. Sauberkeit, Trockenheit und ein durchdachtes Lüftungskonzept im Hühnerstall sorgen daher für ein robustes Immunsystem und mehr Wohlbefinden im Bestand.

Gerade in der Hobbyhaltung wird oft unterschätzt, wie eng die Stallhygiene mit typischen Problemen wie Durchfall, Legedarmentzündungen oder Befall mit der roten Vogelmilbe verknüpft ist. Ein Hühnerstall, der regelmässig gereinigt und kontrolliert wird, hilft, Krankheitsausbrüche und damit verbundene Tierarztkosten (Orientierungswert: deutlich höhere Belastung bei vernachlässigter Hygiene) zu vermeiden. Zudem verbessert ein sauberer Stall die Eierhygiene, reduziert Verschmutzungen an der Schale und damit auch das Risiko, dass Keime in das Eiinnere eindringen.

Wie oft sollte ein Hühnerstall gereinigt werden?

Orientierungswerte für Reinigungsintervalle in der Praxis

Die optimale Häufigkeit, den Hühnerstall zu reinigen, hängt von Faktoren wie Tieranzahl, Stallgrösse, Einstreuart, Klima und Auslaufmöglichkeiten ab. Als grober Orientierungswert gilt: Kotbretter und stark verschmutzte Stellen sollten täglich kontrolliert und gereinigt, der gesamte Stall häufig (oft wöchentlich) gründlich ausmisten. In Nässeperioden, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder wenn viele Tiere auf engem Raum gehalten werden, kann ein Intervall von drei bis fünf Tagen sinnvoll sein, um die Keimbelastung niedrig zu halten.

In professionellen Betrieben wird die Stallhygiene oft an Produktionszyklen angepasst; zwischen Herden sind gründliche Reinigung und – je nach Situation – Desinfektion üblich. Hobbyhalter können sich daran orientieren, indem sie mindestens ein- bis zweimal pro Jahr eine besonders gründliche Grundreinigung mit kompletter Entsorgung der Einstreu, Reinigung aller Oberflächen und gezielter Parasitenprophylaxe einplanen.

Reinigungsaufgabe Empfohlenes Intervall (ca.) Bemerkungen
Kotbretter und unter den Sitzstangen reinigen Täglich bis alle zwei Tage Reduziert Geruch und Ammoniak, erleichtert Grundreinigung.
Einstreu im Hühnerstall wechseln Wöchentlich, je nach Verschmutzung Häufiger wechseln bei feuchter Witterung oder hoher Besatzdichte.
Tränken und Futtergefässe reinigen Täglich ausspülen, wöchentlich gründlich Biofilm und Algenbildung möglichst verhindern.
Gründliche Stallreinigung mit feuchter Reinigung Alle 4–8 Wochen (Orientierungswert) Intensiver in warmen Monaten mit höherem Parasitenrisiko.
Grundsanierung inkl. Desinfektion des Hühnerstalls 1–2 Mal pro Jahr Besonders nach Krankheitsausbrüchen oder Bestandswechsel.

Wie läuft eine gründliche Reinigung des Hühnerstalls Schritt für Schritt ab?

Vorbereitung: Arbeitsschutz und Organisation

Vor Beginn der Reinigung sollten alle nötigen Hilfsmittel bereitstehen: Schaufel, Besen, Eimer, Schrubber, eventuell Hochdruckreiniger (je nach Stall), Handschuhe, Staubmaske und geeignete Reinigungsmittel. Auch neue Einstreu und gegebenenfalls Mittel zur Parasitenbekämpfung werden vorbereitet, damit der Hühnerstall nach der Reinigung sofort wieder bezugsbereit ist.

Zum eigenen Schutz ist es sinnvoll, eine FFP2- oder vergleichbare Staubmaske zu tragen, insbesondere in älteren Ställen mit viel trockener Einstreu und Kotstaub. Augen- und Hautkontakt mit Reinigungsmitteln sollte vermieden werden. Die Hühner werden während der intensiven Reinigung möglichst im Auslaufbereich gehalten oder kurzfristig in einen sauberen Ausweichstall umgesetzt, um Stress zu minimieren und sie nicht dem Staub auszusetzen.

Grob reinigen: Ausmisten und Kot entfernen

Hühner auf einer Wiese

Der erste Schritt, um den Hühnerstall sauber zu halten, besteht im gründlichen Ausmisten. Alle Kotbretter werden geleert, die Einstreu aus dem Bodenbereich und den Nestern entfernt und stark verschmutzte Sitzstangen oder Ecken sorgfältig abgeschabt. Hartnäckige Kotkrusten lassen sich mit einem Spachtel oder Schaber lösen. Der gesamte organische Abfall kann – je nach kantonalen Vorgaben – über den Mistplatz, die Grüngutsammlung oder kontrolliert kompostiert entsorgt werden.

Dabei lohnt es sich, den Kot und die Einstreu bewusst zu beobachten: Verfärbungen, vermehrter Durchfall oder auffälliger Geruch können frühzeitig auf gesundheitliche Probleme im Bestand hinweisen. Auch das Auffinden von Milbennestern, Federspuren oder ungewöhnlich vielen Eiern unter Sitzstangen kann Hinweise liefern, wie der Hühnerstall in Zukunft noch besser strukturiert oder gereinigt werden kann.

Feuchtes Reinigen und Desinfektion des Hühnerstalls

Nach dem Ausmisten folgt das feuchte Reinigen aller Oberflächen. Glatte Materialien wie Kunststoff oder beschichtetes Holz lassen sich mit warmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel gut säubern. In professionellen Ställen kommen häufig Schaumreiniger zum Einsatz, die organisches Material lösen und anschliessend abgespült werden. Ein Hochdruckreiniger kann hilfreich sein, sollte aber mit Bedacht und nur in stabilem Mauerwerk oder Beton eingesetzt werden, um Schäden an empfindlichen Bauteilen zu vermeiden.

Erst wenn der sichtbare Schmutz vollständig entfernt ist, macht der Einsatz eines Desinfektionsmittels Sinn. Produkte, die ausdrücklich für die Geflügelhaltung zugelassen sind, werden nach Herstellerangaben dosiert und aufgebracht. Flächen müssen je nach Produkt eine bestimmte Einwirkzeit einhalten, bevor sie wieder abgespült oder getrocknet werden. In vielen Schweizer Kantonen empfehlen Tiergesundheitsdienste zudem, Desinfektion gezielt nach Krankheitsfällen und bei Bestandswechseln einzusetzen, während im Routinebetrieb der Fokus auf mechanischer Reinigung und Trockenheit liegt.

Trocknung, neue Einstreu und Strukturierung des Stalls

Ein entscheidender Schritt, damit der Hühnerstall hygienisch und sauber bleibt, ist die vollständige Trocknung nach der Nassreinigung. Feuchte Flächen fördern Schimmelbildung und Milbenbefall. Wo möglich, sollten Türen und Fenster geöffnet bleiben, um Durchzug zu erzeugen, ohne dass die Tiere in der Zugluft stehen. In kühlen Jahreszeiten kann ein mobiler Heizlüfter mit Zeitschaltuhr (unter Einhaltung aller Brandschutzauflagen) die Trocknung beschleunigen.

Erst auf einen trockenen Boden wird neue Einstreu aufgebracht. Je nach Stallkonzept bewähren sich Hobelspäne, Strohpellets, Häckselstroh oder eine Kombination aus diesen Materialien. In Legenestern werden gerne weiche Materialien wie Dinkelspelz oder feines Stroh eingesetzt, die die Eier polstern und Verschmutzungen minimieren. In vielen Schweizer Betrieben hat sich ein etwas dickerer Einstreuteppich (Orientierungswert: 5–10 cm) bewährt, der Feuchtigkeit bindet und den Hühnern Beschäftigung durch Scharren ermöglicht.

Welche Rolle spielen Stallklima, Lüftung und Einstreu für die Hygiene?

Stallklima und Ammoniakbelastung im Hühnerstall

Das Stallklima ist ein zentraler Faktor für Tiergesundheit und Stallhygiene. Hohe Luftfeuchtigkeit und ungenügende Lüftung führen dazu, dass Ammoniak aus dem Kot schlechter abgeführt wird. Bereits bei vergleichsweise niedrigen Konzentrationen klagen Menschen über stechenden Geruch; für Hühner können chronisch erhöhte Werte zu gereizten Schleimhäuten, Augenentzündungen und Atemwegsproblemen führen.

Sanilu Powerbox - Frau steht vor belüftetem Hühnerstall

In der Praxis zeigt sich ein gutes Stallklima daran, dass der Hühnerstall zwar nach Tier und Einstreu riecht, aber nicht beißend oder stechend wirkt. Beschlagene Fenster, feuchte Wände oder ständig nasse Einstreu deuten auf Belüftungsprobleme hin. Lüftungsöffnungen sollten so angebracht sein, dass Frischluft oben einströmen und verbrauchte Luft entweichen kann, ohne dass auf Sitzstangen oder im Ruhebereich Zug entsteht. Moderne Klein- und Mobilställe arbeiten teilweise mit automatischen Klappen oder Ventilatoren, die das Klima stabil halten.

Für ein komfortableres Stallklima bieten wir von Sanilu Hühnerställe mit automatisierten Systemen an: Mit der Powerbox, einem solarbetriebenen Stallklima-Manager, lässt sich die Lüftung automatisch regeln, und zusätzlich Beleuchtung sowie andere Komponenten per App steuern. Über eine kostenlose Smartphone-App kannst du Lüftergeschwindigkeit, Licht und weitere Optionen bequem einstellen – unabhängig vom Netzstrom und direkt über dein Mobilgerät.

Einstreuarten im Vergleich: Hygiene, Komfort und Aufwand

Die Wahl der Einstreu beeinflusst massgeblich, wie leicht sich der Hühnerstall reinigen lässt und wie hygienisch das Stallmilieu bleibt. Wichtig sind Saugfähigkeit, Staubentwicklung, Kompostierbarkeit und die Verfügbarkeit in der jeweiligen Region oder Gemeinde. In der Schweiz haben sich verschiedene Einstreuarten etabliert, die je nach Betriebsgrösse und Haltungssystem unterschiedlich gut passen.

Einstreuart Vorteile Herausforderungen
Hobelspäne Gute Saugfähigkeit, relativ staubarm, gut kompostierbar, angenehm zum Scharren. Bedarf an regelmässiger Nachstreuung, je nach Region unterschiedlich gut verfügbar.
Häckselstroh Natürliches Material, gute Struktur, fördert Beschäftigung und Staubbäder. Kann bei Feuchtigkeit klumpen, etwas aufwendiger beim Ausmisten.
Strohpellets Hohe Saugkraft, kompaktes Lager, glatte Flächen bleiben länger trocken. Etwas höhere Materialkosten (Orientierungswert), kann bei starker Nässe matschig werden.
Sand (Teilbereiche) Geeignet für Staubbäder, trocknet schnell, gutes Parasitenmanagement in separaten Zonen. Nicht als alleinige Einstreu geeignet, höheres Gewicht und Entsorgungsaufwand.

Wie lässt sich der Hühnerstall gegen Milben und andere Parasiten hygienisch sichern?

Typische Parasiten im Hühnerstall erkennen

Trotz guter Reinigung kann ein Hühnerstall von Parasiten wie der roten Vogelmilbe, Federlingen, Flöhen oder Würmern befallen werden. Besonders die rote Vogelmilbe versteckt sich tagsüber in Ritzen, Spalten, unter Sitzstangen oder hinter Verkleidungen und befällt die Hühner vor allem in der Nacht. Hinweise auf Befall sind Unruhe auf der Stange, blasse Kämme aufgrund von Blutverlust, verringerte Legeleistung und sichtbare kleine rote oder graue Punkte an Sitzstangen und Wänden.

Eine vernachlässigte Stallhygiene erhöht das Risiko schwerer Parasitenbelastungen deutlich. In solchen Fällen kann es nötig werden, den gesamten Hühnerstall leer zu räumen, gründlich zu reinigen, heiss auszuwaschen oder auszubrennen (nur in dafür geeigneten Bauten) und anschließend gezielt Bekämpfungsmittel einzusetzen. Dieser Aufwand lässt sich durch konsequente Prävention und regelmässige Kontrollen meist deutlich reduzieren.

Prävention: Sauberkeit, Staubbäder und geeignete Materialien

  1. 1 Regelmässiges Reinigen von Sitzstangen, Kotbrettern und Nestern entzieht Milben und anderen Parasiten wichtige Verstecke. Glatte, abgerundete Kanten sind leichter zu säubern als rohes, rissiges Holz.
  2. 2 Ein trockener Bereich mit Sand oder feiner Erde als Staubbad unterstützt die natürliche Gefiederpflege der Hühner. Bei Bedarf können dort geeignete mineralische Zusätze integriert werden, die Parasitenbefall erschweren.
  3. 3 In besonders gefährdeten Bereichen wie Sitzstangenlagern oder Ritzen können Kieselgur oder andere physikalisch wirkende Mittel eingesetzt werden. Sie müssen nach Reinigungen kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden.
  4. 4 Ein strukturierter Hühnerstall mit klar getrennten Bereichen für Fressen, Schlafen und Legen erleichtert die Kontrolle auf Parasiten und reduziert Stress unter den Tieren.

Welche Fehler bei der Stallreinigung sollten vermieden werden?

Typische Herausforderungen bei der Regelmässigkeit

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, die Reinigung des Hühnerstalls erst anzugehen, wenn der Geruch bereits stark ist oder die Einstreu sichtbar durchnässt. Dann ist der Aufwand deutlich grösser, und die Tiere waren bereits über längere Zeit einer erhöhten Keim- und Ammoniakbelastung ausgesetzt. Ein fester Reinigungsplan mit klaren Intervallen hilft, die Arbeit zu strukturieren und Überlastungsspitzen zu vermeiden.

Ein weiterer Fehler ist der unpassende Einsatz von Desinfektionsmitteln. Werden sie zu häufig, zu hoch dosiert oder auf noch stark verschmutzten Flächen eingesetzt, leidet nicht nur die Wirksamkeit, sondern unter Umständen auch das Material und die Gesundheit der Tiere. Wichtig ist zudem, dass Hühner nach der Desinfektion erst wieder in den Stall einziehen, wenn Flächen trocken und Rückstände entsprechend den Herstellerangaben abgebaut sind. Auch das Vergessen von Futter- und Wasserhygiene führt schnell zu Problemen: Selbst ein perfekt gereinigter Hühnerstall bleibt nicht hygienisch, wenn Tränken verschmutzt oder Futterreste alt und schimmlig werden.

Vorteile eines gut gereinigten Hühnerstalls auf einen Blick

  • Deutlich geringerer Krankheitsdruck und stabilere Legeleistung.
  • Bessere Luftqualität, weniger Geruchsbelästigung für Stall und Nachbarschaft.
  • Weniger Parasitenbefall, insbesondere durch rote Vogelmilbe.
  • Längere Lebensdauer der Stallausstattung und geringere Instandhaltungskosten (ca. langfristig).
  • Ein Hühnerstall, der hygienisch und sauber ist, entspricht besser den Anforderungen der TSchV und erleichtert allfällige Kontrollen.

Fazit: Mit System den Hühnerstall reinigen und langfristig hygienisch halten

Ein Hühnerstall, der konsequent gereinigt wird, bildet die Grundlage für gesunde Tiere, saubere Eier und ein gutes Miteinander von Mensch und Tier im Quartier oder auf dem Hof. Entscheidend ist nicht nur die gelegentliche Grundreinigung, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept: tägliche kleine Arbeiten, regelmässige Kontrollen, passende Einstreu, gutes Stallklima und gezielte Parasitenprophylaxe greifen ineinander. Wer reine Routineabläufe etabliert, stellt sicher, dass der Hühnerstall über das ganze Jahr hygienisch und sauber bleibt – vom kleinen Familienstall im Garten bis zur professionellen Geflügelhaltung im Kanton.

Sinnvolle Handlungsempfehlungen sind ein fester Reinigungsplan, eine kluge Materialwahl beim Stallbau und eine enge Orientierung an den Vorgaben der Tierschutzverordnung TSchV. So lassen sich sowohl Tierwohl als auch Arbeitsaufwand und Kosten langfristig gut im Gleichgewicht halten.

Häufige Fragen zur Reinigung und Hygiene im Hühnerstall

Wie oft sollte ein Hühnerstall im privaten Garten gereinigt werden?
In einer typischen Hobbyhaltung hat sich bewährt, den Hühnerstall mindestens einmal pro Woche gründlich zu reinigen und dazwischen täglich Kotbretter oder stark verschmutzte Stellen zu säubern. In Zeiten mit hoher Luftfeuchtigkeit oder wenn viele Tiere auf wenig Raum leben, können kürzere Intervalle sinnvoll sein. Wichtig ist, die eigene Situation zu beobachten: Riecht der Stall stechend oder ist die Einstreu sichtbar nass, sollte häufiger gereinigt werden. Ein fester Reinigungsplan hilft, diese Routine dauerhaft einzuhalten.
Welche Reinigungsmittel eignen sich für den Hühnerstall am besten?
Für die Routinearbeit reichen meist warmes Wasser und ein mildes, fettlösendes Reinigungsmittel aus. Wichtig ist, dass das Produkt gut abspülbar und für Tiere unbedenklich ist, sobald die Flächen getrocknet sind. Für Desinfektionen sollten nur geprüfte Mittel verwendet werden, die ausdrücklich für Geflügelställe zugelassen sind. Starke Chlor- oder Lösungsmittelprodukte sind in der Hobbyhaltung in der Regel nicht nötig und können Material und Gesundheit belasten, wenn sie falsch angewendet werden.
Wie lässt sich starker Geruch im Hühnerstall wirksam reduzieren?
Starker Geruch entsteht meist durch eine Kombination aus Feuchtigkeit, zu viel Kot und schlechter Lüftung. Tägliches Entfernen von Kotbrettern, eine saugfähige Einstreu und ein gut geplantes Lüftungssystem verringern die Ammoniakbildung deutlich. Hilfreich ist ausserdem, Futterreste regelmässig zu beseitigen und Tränken so zu platzieren, dass kein dauernd nasser Bereich entsteht. Duftsprays überdecken höchstens kurzfristig den Geruch, lösen aber nicht die Ursache und sind deshalb keine nachhaltige Lösung.
Muss ein Hühnerstall immer komplett nass gereinigt werden?
Eine vollständige Nassreinigung ist vor allem bei Grundreinigungen, nach Krankheitsfällen oder vor einem Bestandswechsel sinnvoll. Im laufenden Betrieb genügt es oft, stark verschmutzte Bereiche punktuell feucht zu reinigen und ansonsten auf Trockenreinigung und Einstreuwechsel zu setzen. Entscheidend ist, dass Flächen nach dem Einsatz von Wasser wieder vollständig trocknen können, damit sich keine Schimmelprobleme oder Milbenverstecke entwickeln. Die Bauweise des Stalls bestimmt, wie intensiv Wasser eingesetzt werden kann.
Welche Schutzkleidung ist bei der Stallreinigung empfehlenswert?
Beim Reinigen eines Hühnerstalls entsteht viel Staub, der Keime und Ammoniak enthalten kann. Empfehlenswert sind daher feste Arbeitsschuhe, wasserabweisende Kleidung oder eine Schürze, robuste Handschuhe und eine Atemschutzmaske, etwa vom Typ FFP2. In engen und schlecht belüfteten Ställen schützt ausserdem eine Schutzbrille die Augen vor Spritzern und Staub. Die Arbeitskleidung sollte anschliessend separat gewaschen werden, insbesondere wenn Krankheiten im Bestand vermutet werden.
Was ist bei der Entsorgung von Mist und Einstreu aus dem Hühnerstall zu beachten?
Mist und gebrauchte Einstreu lassen sich in vielen Gemeinden über den eigenen Kompost oder den Hofmistplatz verwerten, sofern sie sachgerecht gelagert und kompostiert werden. Wichtig ist, kantonale und kommunale Vorschriften zu beachten, insbesondere im Hinblick auf Geruchsemissionen und Gewässerschutz. Eine geregelte Kompostierung reduziert Keime und Parasiten und erzeugt wertvollen Dünger für Garten oder Landwirtschaft. In dicht besiedelten Gebieten kann auch die Abgabe an einen Betrieb mit geeigneter Infrastruktur sinnvoll sein.
Wie kann ein Hühnerstall im Winter hygienisch und trotzdem warm gehalten werden?
Im Winter ist eine gute Balance zwischen Lüftung und Wärme entscheidend. Der Hühnerstall sollte weiterhin regelmässig gereinigt werden, damit sich Feuchtigkeit und Ammoniak nicht stauen. Eine etwas dickere Einstreuschicht bietet Isolation und bindet Feuchtigkeit. Lüftungsöffnungen bleiben funktionsfähig, werden aber so geführt, dass keine direkte Zugluft auf den Tierebereich trifft. Elektrische Heizungen kommen, wenn überhaupt, nur mit ausreichenden Sicherheitsmassnahmen und nach den örtlichen Vorschriften zum Einsatz.
Hilft ein gut gereinigter Hühnerstall, Konflikte mit Nachbarn zu vermeiden?
Ein sauberer und hygienischer Hühnerstall reduziert Gerüche und Fliegenaufkommen deutlich und wird von der Nachbarschaft meist besser akzeptiert. Besonders in dicht bebauten Wohnquartieren oder Reihenhaussiedlungen ist eine sorgfältige Stallhygiene ein wichtiges Argument, wenn es um Bewilligungen und das gute Einvernehmen in der Gemeinde geht. Wer Reinigungsintervalle einhält und den Auslauf ordentlich hält, zeigt, dass Verantwortung übernommen wird und schafft Vertrauen gegenüber der Umgebung.
Welche gesetzlichen Vorgaben zur Stallhygiene gelten in der Schweiz für Hühner?
In der Schweiz regelt die Tierschutzverordnung TSchV die Mindestanforderungen an Haltung, Hygiene und Betreuung von Hühnern. Sie verlangt unter anderem, dass Ställe so gebaut und unterhalten werden, dass Verletzungen, Krankheiten und übermässige Belastungen vermieden werden. Dazu gehört auch eine dem Tierbestand angepasste Reinigung und Instandhaltung. Je nach Kanton können zusätzliche Empfehlungen oder Kontrollen gelten, insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe oder grössere Hühnerbestände. Es lohnt sich, sich bei der kantonalen Fachstelle oder der Gemeinde über Details zu informieren.