Hundehütte richtig messen: Welche Grösse braucht mein Hund wirklich?


Holz-Hundehütte mit Gitterfront im Garten; ein Hund steht im Innenbereich, Kiesweg und grüne Bäume im Hintergrund.

Viele Hunde in der Schweiz verbringen einen Teil des Tages in einer Hundehütte – im Garten von Einfamilienhäusern, auf Alpen, in Landwirtschaftsbetrieben oder bei Hobbytierhaltern. Eine zu kleine oder ungünstig dimensionierte Hütte kann jedoch zu Stress, Gelenkproblemen und schlechtem Klima im Inneren führen. Umgekehrt ist eine überdimensionierte Hundehütte im Winter schwer warmzuhalten und bietet dem Hund wenig Geborgenheit. Die richtige Grösse der Hundehütte ist deshalb entscheidend für Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit. Wer systematisch misst und dabei Körperbau, Nutzung, Standort und Schweizer Tierschutzvorgaben berücksichtigt, findet rasch heraus, welche Abmessungen für den eigenen Hund wirklich sinnvoll sind.

TL;DR – Das Wichtigste zur Hundehüttengrösse in Kürze

  • Die Hundehütte soll so bemessen sein, dass der Hund bequem stehen, sich drehen und ausgestreckt liegen kann – ohne anzustossen, aber auch ohne viel ungenutzten Luftraum.
  • Als Orientierungswert gilt: Innenhöhe ca. 1,1–1,3 × Schulterhöhe, Innenlänge ca. 1,2–1,4 × Körperlänge (ohne Schwanz), Innenbreite ca. 0,8–1,1 × Körperlänge.
  • Der Einstieg sollte etwa auf Brusthöhe des Hundes liegen und nicht höher als ca. die halbe Schulterhöhe sein, damit der Hund leicht ein- und aussteigen kann.
  • Standort (Hof, Balkon, Alpweide), Klima im jeweiligen Kanton und Felltyp bestimmen, ob eine eher kompakte oder etwas grosszügigere Hundehütte sinnvoll ist.
  • Für Schweizer Verhältnisse sind isolierte Hundehütten mit leicht erhöhtem Boden und Windschutz besonders empfehlenswert, gerade bei längeren Aufenthalten im Freien.
  • Regelmässiges Nachmessen wachsender Hunde und eine ehrliche Einschätzung des Körperzustands (Gewicht, Beweglichkeit) verhindern Fehlkäufe und Umbauten.

Warum die richtige Hundehüttengrösse so wichtig ist

Hund im Garten vor blühenden Blumen

Die richtige Grösse der Hundehütte beeinflusst direkt das Wohlbefinden des Hundes. Eine zu enge Hütte schränkt Bewegungen ein, erschwert das Aufstehen und Hinlegen und kann auf Dauer die Gelenke belasten. Gerade bei grossen oder älteren Hunden mit Arthrose ist ausreichend Platz für eine schonende Liegeposition entscheidend. Zu grosse Hundehäuschen hingegen wirken im Winter zugig und kalt, weil der Hund den Innenraum mit seiner Körperwärme kaum auf ein angenehmes Klima bringen kann.

In der Schweiz kommen klimatische Unterschiede hinzu: In höher gelegenen Gemeinden herrschen im Winter deutlich tiefere Temperaturen als im Mittelland. Eine gut angepasste Hundehütte hilft, diese Schwankungen auszugleichen. Gleichzeitig orientiert sich verantwortungsvolle Hundehaltung an der Tierschutzverordnung TSchV und an kantonalen Vorgaben, die Mindestanforderungen an Unterkünfte und Witterungsschutz definieren. Die Grösse der Hundehütte bildet dabei eine wichtige Grundlage, damit weitere Aspekte wie Isolation, Einstreu und Belüftung überhaupt sinnvoll wirken können.

Eine gut bemessene Hundehütte orientiert sich nicht nur an theoretischen Tabellenwerten, sondern immer am individuellen Hund: seinem Alter, Körperbau, Gesundheitszustand und der Art, wie sie oder er die Hütte tatsächlich nutzt.

Wie den Hund richtig messen, um die Hundehütte zu dimensionieren?

Welche Masse sind für die Hundehütte entscheidend?

Um die Hundehütte richtig zu messen, sind einige Körpermasse besonders relevant. In der Praxis bewähren sich vor allem Schulterhöhe, Körperlänge, Brustbreite und Kopfhöhe. Gerade für Schweizer Rassen wie Appenzeller, Entlebucher oder Berner Sennenhund, aber auch für Hofhunde und Mischlinge, hilft eine standardisierte Messmethode, Missverständnisse beim Kauf oder Bau einer Hundehütte zu vermeiden.

Körpermass Wie wird gemessen? Wofür relevant?
Schulterhöhe Vom Boden bis zum höchsten Punkt des Schulterblatts im Stehen. Innenhöhe der Hundehütte und Einstiegshöhe.
Körperlänge Von der Brustspitze bis zum Ansatz der Rute, ohne Schwanz. Innenlänge und sinnvoller Liegeplatz in der Hütte.
Brustbreite Breiteste Stelle des Brustkorbs im Stehen mit Massband rundum, durch zwei geteilt. Innenbreite und Breite des Einstiegs.
Kopfhöhe Vom Boden bis zur Oberkante des Kopfes, wenn der Hund normal steht. Kontrolle, ob der Hund am Eingang oder im Stehen nicht anstösst.

Praktische Schritt-für-Schritt-Methode zum Hund messen

Für genaue Masse steht der Hund im Idealfall ruhig auf einem ebenen Boden, beispielsweise auf Platten im Garten oder auf einem stabilen Holzpodest im Stall. Ein zweiter Mensch, etwa ein Familienmitglied oder Hofhelfer, kann den Hund sanft halten, während gemessen wird. Ein flexibles Schneider- oder Bau-Massband erleichtert das Anlegen am Körper. Bei sehr aktiven oder ängstlichen Hunden kann es sinnvoll sein, mehrere kurze Messpausen einzulegen, statt alles auf einmal zu erzwingen.

Vorteile einer sauberen Vermessung des Hundes

  • Vermeidung von Fehlkäufen und unnötigen Umbauten der Hundehütte.
  • Besseres Liege- und Stehkomfort für den Hund über viele Jahre.
  • Leichtere Abstimmung mit Empfehlungen von Tierärztinnen oder Tierphysiotherapeuten.

Typische Fehler beim Messen des Hundes

  • Messen, während der Hund sitzt oder sich krümmt – so entsteht eine zu kleine Innenhöhe.
  • Den Schwanz oder starkes Fell in die Körperlänge einrechnen.
  • Die Hütte nur nach rassespezifischen Durchschnittswerten wählen, statt nach dem individuellen Tier.

Welche Hundehüttengrösse passt zu welchen Hunden?

Hersteller von Hundehütten bieten oft Standardgrössen wie S, M, L oder orientieren sich an bekannten Hunderassen. Für Schweizer Tierfreunde und Landwirte ist es jedoch sinnvoll, die individuellen Masse mit solchen Grössenempfehlungen zu vergleichen. Besonders Hof- und Herdenschutzhunde, Mischlinge aus dem Tierschutz oder stark bemuskelte Arbeitshunde weichen oft von Durchschnittsmassen ab.

Hundetyp (Beispiele) Typische Schulterhöhe Empfohlene Innenmasse der Hundehütte (ca.)
Kleine Hunde (z.B. Zwergpudel, Jack Russell) ca. 25–35 cm Innenhöhe ca. 30–45 cm, Innenlänge ca. 55–75 cm, Innenbreite ca. 40–55 cm
Mittelgrosse Hunde (z.B. Schweizer Laufhund, Border Collie) ca. 40–55 cm Innenhöhe ca. 50–70 cm, Innenlänge ca. 80–100 cm, Innenbreite ca. 55–75 cm
Grosse Hunde (z.B. Berner Sennenhund, Schäferhund) ca. 55–70 cm Innenhöhe ca. 75–90 cm, Innenlänge ca. 105–130 cm, Innenbreite ca. 70–90 cm
Sehr grosse / schwere Hunde (z.B. Herdenschutzhunde) ab ca. 70 cm Innenhöhe ca. 90–110 cm, Innenlänge ca. 130–150 cm, Innenbreite ca. 85–110 cm

Die Werte in der Tabelle sind als grobe Orientierung gedacht. Von besonderer Bedeutung ist, ob der Hund im Inneren der Hütte bequem seitlich liegen und sich vollständig ausstrecken kann. Bei langbeinigen, schlanken Hunden kann die Innenhöhe tendenziell etwas grösser gewählt werden, während kompakte, kurzbeinige Rassen eher von einer gut isolierten, etwas kleineren Hundehütte profitieren. Für Welpen grosser Rassen lohnt sich eine vorausschauende Planung, damit die Hütte auch im ausgewachsenen Zustand noch passt.

Innenhöhe, Innenlänge und Innenbreite berechnen

Als praktische Faustregel gilt, dass die Innenhöhe der Hundehütte etwa 1,1–1,3 Mal der Schulterhöhe entsprechen sollte. So kann der Hund im Stehen den Kopf natürlich halten, ohne die Decke zu berühren. Die Innenlänge lässt sich mit ca. 1,2–1,4 Mal der Körperlänge ansetzen, wodurch sowohl zusammengerolltes als auch lang ausgestrecktes Liegen möglich wird. Für die Innenbreite reichen bei eher schmalen Hunden etwa 0,8–1,0 Mal der Körperlänge, während kräftigere Rassen eher im Bereich von 1,0–1,1 Mal liegen sollten.

Wichtig ist, dass diese Faktorwerte bewusst flexibel bleiben. In sehr kalten Regionen, etwa in alpinen Gemeinden, kann eine etwas kompaktere Hundehütte sinnvoll sein, solange der Hund nicht eingeengt wird. In milden Lagen oder bei Hunden mit sehr dichtem Fell, die gern ausgestreckt liegen, darf die Hütte eine Idee grosszügiger ausfallen. Die richtige Hundehüttengrösse ergibt sich damit aus dem Zusammenspiel von Körpermass, Klima und Nutzung im Alltag.

Wie beeinflussen Standort, Klima und Nutzung die passende Hundehütte?

Garten, Bauernhof oder Alp – wo steht die Hundehütte?

In der Schweiz stehen Hundehütten oft im Garten von Einfamilienhäusern, auf Bauernhöfen neben Stallungen oder auf Weiden, wo Herdenschutzhunde Schafe und Ziegen bewachen. Je nach Standort ändern sich die Anforderungen an Grösse und Bauweise. Im geschützten Stadtgarten oder in dicht bebauten Wohnquartieren ist die Hundehütte oft eher Rückzugsort und Sonnen- oder Regenschutz für kürzere Aufenthalte. Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen dagegen kann sie über Stunden oder bei schlechter Witterung als Hauptunterstand dienen.

Steht die Hundehütte frei auf einer Wiese, sind Windschutz und stabile Fixierung wichtig. Hier kann eine leicht kompaktere Grösse helfen, die Innentemperatur über die Körperwärme des Hundes auf einem angenehmen Niveau zu halten. Im geschützten Hofbereich oder in der Nähe einer Scheune darf das Hundehäuschen etwas grösser sein, da zusätzliche Gebäude Wind und Niederschlag brechen. In jedem Fall ist zu beachten, dass die Hundehütte möglichst nicht dauerhaft in der prallen Sonne steht, um Überhitzung im Sommer zu vermeiden.

Schweizer Klima, Felltyp und Aufenthaltsdauer berücksichtigen

Das Klima in den verschiedenen Kantonen reicht von vergleichsweise mild im Tessin bis zu strengeren Winterbedingungen in Graubünden oder im Berner Oberland. Hunde mit dichtem Unterfell wie Berner Sennenhunde, Schweizer Laufhunde oder Herdenschutzhunde kommen mit tiefen Temperaturen besser zurecht als kurzhaarige Begleithunde. Für letztere ist bei längeren Aussenaufenthalten eine gut isolierte und eher kleinere Hundehütte empfehlenswert, damit Wärmeverluste begrenzt bleiben.

Die Aufenthaltsdauer spielt ebenfalls eine Rolle: Nutzt der Hund die Hundehütte nur tagsüber als Rückzugsort im Garten, sind kleinere Abweichungen von den idealen Innenmassen meist unkritisch. Bleibt der Hund jedoch regelmässig über mehrere Stunden oder Nächte in der Hütte, steigt die Bedeutung einer exakt passenden Grösse, um sowohl Bewegungsfreiheit als auch gutes Klima im Innenraum sicherzustellen. Bei unsicheren klimatischen Bedingungen ist es sinnvoll, zusätzlich einen witterungsgeschützten Alternativplatz, etwa im Wirtschaftsraum, Stall oder Hausflur, einzuplanen.

Als Orientierungswert gilt: Je länger und ungeschützter der Aufenthalt im Freien, desto wichtiger sind eine eher kompakte, gut isolierte Hundehütte, ein trockener Untergrund und gegebenenfalls zusätzliche Einstreu wie Stroh oder Decken.

Einstiegshöhe, Türöffnung und Liegefläche planen

Neben der Innenfläche beeinflussen auch Einstiegsöffnung und Bodenhöhe, wie gut die Hundehütte für den jeweiligen Hund passt. Ein leicht erhöhter Boden schützt vor Feuchtigkeit und Bodenkälte, besonders in Regionen mit viel Niederschlag oder Schnee. Die Einstiegshöhe sollte dabei etwa der Brusthöhe des Hundes entsprechen und in der Regel nicht höher als ca. die halbe Schulterhöhe liegen. So kann der Hund ohne Sprungbewegung eintreten, was Gelenke und Wirbelsäule schont.

Die Breite der Öffnung orientiert sich an der Brustbreite zuzüglich eines Sicherheitszuschlags, damit der Hund seitlich nicht anstösst. Bei Hunden, die einen leichten Bogen beim Eintreten bevorzugen, kann eine leicht grössere Öffnung sinnvoll sein. Im Innenraum hat es sich bewährt, einen klar definierten, ebenen Liegeplatz vorzusehen, der in seiner Länge der errechneten Innenlänge oder leicht darunter entspricht. Zusätzliche Fläche kann als kleine „Vorzone“ vor dem Liegeplatz dienen, etwa für das Ablegen von Pfoten oder als Drehbereich.

Planung und Auswahl: Hundehütte messen, kaufen oder selber bauen?

Vorgehen in klaren Schritten von der Messung zur passenden Hütte

  1. 1 Zuerst alle wichtigen Körpermasse des Hundes ermitteln: Schulterhöhe, Körperlänge, Brustbreite und Kopfhöhe.
  2. 2 Anhand der Orientierungsfaktoren Innenhöhe, Innenlänge und Innenbreite berechnen und mit Standort, Klima und Nutzungsdauer abgleichen.
  3. 3 Prüfen, welche Standardgrössen von Hundehütten im Handel den berechneten Innenmassen möglichst nahekommen, inklusive Türöffnung und Bodenhöhe.
  4. 4 Bei stark abweichenden Massen oder speziellen Anforderungen (z.B. zwei Hunde, medizinische Einschränkungen) über den Selbstbau oder eine individuelle Lösung nachdenken.
  5. 5 Nach Aufbau der Hundehütte prüfen, wie sich der Hund darin bewegt, steht und liegt, und bei Bedarf kleine Anpassungen an Einstreu, Liegefläche oder Einstieg vornehmen.

Besonderheiten für junge, alte und mehrere Hunde

Zwei Hunde im Wald - Einer der beiden Hunde steht auf einem Baumstumpf

Wachsende Junghunde verändern ihre Körperproportionen innerhalb weniger Monate deutlich. Wer eine Hundehütte für einen Welpen oder pubertierenden Hund plant, orientiert sich daher besser an den zu erwartenden Endmassen der Rasse und an Informationen von Züchterinnen, Tierärzten oder Tierschutzorganisationen. Gleichzeitig sollte die Hütte in der Wachstumsphase nicht so gross ausfallen, dass der junge Hund bei kalter Witterung friert. Eine Zwischenlösung oder flexibel anpassbare Innenausstattung kann helfen.

Seniorenhunde oder Tiere mit orthopädischen Problemen benötigen eine besonders gelenkschonende Umgebung. Eine ausreichend grosse Hundehütte mit rutschfester, weich gepolsterter Liegefläche und tiefer Einstiegskante erleichtert ihnen den Zugang. Halterinnen und Halter von zwei oder mehr Hunden müssen zusätzlich entscheiden, ob eine gemeinsame Hundehütte sinnvoll ist oder ob jede Hündin und jeder Rüde einen eigenen Rückzugsort erhalten soll. In Mehrhundehaltung ist bei gemeinsamer Nutzung eine grössere Grundfläche nötig, damit alle Tiere gleichzeitig komfortabel liegen können, ohne sich gegenseitig zu bedrängen.

Fazit: Hundehütte richtig messen und die passende Grösse finden

Die richtige Grösse der Hundehütte ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis aus sorgfältigem Messen, praxisnahen Orientierungswerten und der Berücksichtigung der Lebenssituation des Hundes. Wer Schulterhöhe, Körperlänge, Brustbreite und Kopfhöhe kennt, kann daraus passende Innenmasse ableiten und Hundehüttenmodelle vergleichen. Entscheidend ist, dass der Hund problemlos stehen, sich drehen und ausgestreckt liegen kann, ohne dass der Innenraum so gross dimensioniert wird, dass Kälte und Zugluft dominieren.

Für Schweizer Tierfreunde, junge Familien und Landwirte kommen zusätzliche Faktoren hinzu: Standort der Hundehütte, Klima im jeweiligen Kanton, Felltyp, Aufenthaltsdauer und rechtliche Mindestanforderungen. Werden diese Punkte bei der Planung einbezogen, entsteht ein Hundehäuschen, das nicht nur optisch zum Haus oder Hof passt, sondern vor allem den Bedürfnissen des Hundes gerecht wird. Langfristig spart eine gut angepasste Hundehüttengrösse Kosten, Zeit und Nerven – und trägt wesentlich dazu bei, dass der Hund seinen Rückzugsort gern und entspannt nutzt.

Häufige Fragen zur richtigen Grösse der Hundehütte

Wie gross sollte eine Hundehütte im Verhältnis zur Schulterhöhe sein?
Für die Innenhöhe der Hundehütte hat sich etwa das 1,1- bis 1,3-Fache der Schulterhöhe bewährt. So kann der Hund im Stehen den Kopf natürlich halten, ohne an die Decke zu stossen. Bei sehr grossen oder langbeinigen Hunden darf der obere Bereich der Spanne gewählt werden, bei kompakten Hunden eher der untere. Wichtig ist, dass der Hund ohne Mühe aufstehen und sich umdrehen kann, ohne sich einzuengen zu fühlen.
Ist eine zu grosse Hundehütte für den Hund problematisch?
Eine deutlich überdimensionierte Hundehütte kann im Winter schnell auskühlen, weil der Hund den grossen Luftraum kaum mit der eigenen Körperwärme temperieren kann. Das führt zu Zugluft und einem unbehaglichen Klima im Inneren. Gleichzeitig fühlen sich viele Hunde in sehr grossen, leeren Boxen weniger geborgen. In der Praxis ist daher eine gut an die Körpermasse angepasste, eher kompakte Hütte oft angenehmer als ein übergrosser Unterstand.
Wie wird die richtige Einstiegshöhe der Hundehütte bestimmt?
Die Einstiegshöhe orientiert sich idealerweise an der Brusthöhe des Hundes. Als Anhaltspunkt gilt, dass die Unterkante des Einstiegs nicht höher als ungefähr die halbe Schulterhöhe liegen sollte, damit der Hund bequem hinein- und hinausgehen kann. Ein leicht erhöhter Einstieg schützt zwar vor Feuchtigkeit, sollte aber nicht dazu führen, dass der Hund springen muss. Gerade ältere oder grosse Hunde profitieren von einem eher niedrigen und gut erreichbaren Zugang.
Sollte bei der Planung der Hundehütte mit dem ausgewachsenen Endmass des Hundes gerechnet werden?
Bei Junghunden grosser Rassen ist es sinnvoll, sich an den späteren Endmassen zu orientieren, um die Hundehütte langfristig nutzen zu können. Gleichzeitig darf die Hütte in der Wachstumsphase nicht so gross sein, dass der junge Hund bei Kälte friert. In der Praxis werden häufig Zwischenlösungen gewählt, etwa eine vorübergehend verkleinerte Liegefläche oder zusätzliche wärmende Einstreu. Informationen vom Züchter oder Tierarzt helfen, die voraussichtliche Endgrösse besser einzuschätzen.
Wie viel Platz sollte ein Hund in der Hütte zum Liegen haben?
Der Hund sollte sich in der Hundehütte sowohl seitlich einrollen als auch komplett ausgestreckt liegen können. Dafür dient als grober Richtwert eine Innenlänge von etwa dem 1,2- bis 1,4-Fachen der Körperlänge. In der Breite genügt es, wenn der Hund auf der Seite liegend mit leicht abgewinkelten Beinen Platz findet, ohne an die Wände gedrückt zu werden. Eine zu schmale Hütte schränkt die Beweglichkeit ein, während eine etwas grössere Liegefläche zusätzlichen Komfort bietet.
Welche Rolle spielt das Fell des Hundes bei der Wahl der Hundehüttengrösse?
Hunde mit dichtem Unterfell und guter Kälteverträglichkeit kommen in einer leicht grösseren Hundehütte meist gut zurecht, weil sie weniger schnell auskühlen. Kurzhaarige oder empfindliche Hunde profitieren von einer kompakteren, gut isolierten Hütte, in der sich Wärme besser halten lässt. Felltyp und Klima im jeweiligen Kanton sollten daher immer zusammen betrachtet werden. Zusätzlich unterstützen wärmende Unterlagen oder Stroh das Mikroklima im Innenraum.
Kann eine Hundehütte für zwei Hunde genutzt werden und wie wirkt sich das auf die Grösse aus?
Zwei gut verträgliche Hunde können sich grundsätzlich eine Hundehütte teilen, benötigen dann aber eine deutlich grössere Grundfläche und ausreichend Liegeplatz für beide. Wichtig ist, dass sich die Hunde gleichzeitig ausstrecken können, ohne sich gegenseitig zu bedrängen oder am Eingang zu blockieren. In manchen Fällen ist eine Hundehütte mit zwei klar abgegrenzten Liegebereichen oder der Einsatz von zwei einzelnen Hütten die stressärmere Lösung. Beobachtung des Sozialverhaltens hilft, die passende Variante zu wählen.
Wie oft sollte die Hundehüttengrösse bei wachsenden Hunden überprüft werden?
Bei schnell wachsenden Junghunden ist es sinnvoll, die Körpermasse ungefähr alle ein bis zwei Monate zu kontrollieren. So lässt sich rechtzeitig feststellen, ob die aktuell genutzte Hundehütte in Höhe oder Länge zu knapp wird. Gerade bei Rassen, die im ersten Lebensjahr stark an Höhe und Länge zulegen, kann eine anfänglich gut passende Hütte binnen kurzer Zeit zu klein werden. Durch regelmässiges Nachmessen lassen sich Engpässe früh erkennen und Anpassungen planen.
Welche Bedeutung haben Schweizer Tierschutzvorgaben für die Dimensionierung der Hundehütte?
Die Tierschutzverordnung TSchV und ergänzende kantonale Bestimmungen definieren Mindestanforderungen an Unterkünfte, Witterungsschutz und Bewegungsflächen für Hunde. Eine Hundehütte ersetzt diese Anforderungen nicht, sondern ergänzt sie. Sie sollte in Grösse und Bauweise so gestaltet sein, dass der Hund sich artgerecht bewegen, hinlegen und schützen kann. Wer unsicher ist, kann sich bei der zuständigen kantonalen Behörde oder bei Fachpersonen aus Tiermedizin und Hundetraining beraten lassen, um die gesetzlichen Vorgaben sicher einzuhalten.