Pferd fit in den Herbst: Fellwechsel, Fütterung & Weidemanagement (2026)

Der Herbst bringt für Pferde grosse Veränderungen: Fellwechsel, kürzere Tage, nasse Weiden und sinkende Temperaturen. Wer sein Pferd jetzt richtig begleitet, legt den Grundstein für einen gesunden Winter. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf du bei Fellwechsel, Fütterung und Weidemanagement im Herbst achten musst.

Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Fellwechsel beginnt im September – mehr bürsten, mehr Energie im Futter.
  • Herbstgras ist zuckerreich – Weidezugang für insulinresistente Pferde einschränken.
  • Zähne und Hufe vor dem Winter vom Fachmann kontrollieren lassen.
  • Wurmkur im Herbst ist Pflicht – nach Kotprobe beim Tierarzt.
  • Training anpassen – auf rutschigem Boden Vorsicht walten lassen.

1. Fellwechsel: Was im Herbst passiert

Ab September beginnt der Herbstfellwechsel – das Sommerkleid wird gegen das dicke Winterfell ausgetauscht. Dieser Prozess dauert 6–8 Wochen und kostet das Pferd viel Energie.

Was beim Fellwechsel passiert
  • Hormongesteuert durch kürzere Tage (Melatonin)
  • Massiver Haarausfall über Wochen
  • Erhöhter Energiebedarf für Haarwachstum
  • Temporär geschwächtes Immunsystem
  • Manche Pferde sind gereizter oder müder
So unterstützt du dein Pferd
  • Täglich intensiv bürsten – fördert Durchblutung
  • Biotin und Zink supplementieren
  • Energiereiches Futter anbieten
  • Nicht zu früh eindecken – hemmt Fellwechsel
  • Geduld – der Prozess dauert seine Zeit
Praxis-Tipp 💡

Viehbürsten unterstützen den Fellwechsel aktiv – Pferde die sich regelmässig bürsten können, haben oft einen schnelleren und gleichmässigeren Fellwechsel. Die Bürstenmassage regt die Durchblutung der Haut an und fördert das neue Haarwachstum.

👉 Viehbürsten für Pferde bei sanilu.ch – Automatische Bürsten für Wohlbefinden und optimalen Fellwechsel.

2. Herbstfütterung anpassen

Der Energiebedarf steigt im Herbst aus zwei Gründen: Fellwechsel und sinkende Temperaturen. Die Fütterung muss das ausgleichen.

Herbstfütterung – was jetzt wichtig ist
  • Heu erhöhen: Heu wärmt von innen – grosszügig anbieten, ad libitum wenn möglich
  • Kraftfutter anpassen: Bei intensiver Nutzung leicht erhöhen, bei Weidepferden reduzieren
  • Mineralfutter: Besonders Biotin, Zink und Kupfer für den Fellwechsel
  • Wasser: Auf lauwarmes Wasser umstellen – viele Pferde trinken weniger wenn es eisekalt ist
  • Körperkondition beobachten: Jetzt aufbauen wenn nötig – im Winter schwieriger
Wichtig ⚠

Herbstgras ist besonders zuckerreich – vor allem nach Nachtfrost. Für Pferde mit Insulinresistenz, EMS oder Hufrehe ist der Weidezugang im Herbst besonders sorgfältig zu regulieren. Im Zweifel Tierarzt konsultieren.

👉 Fütterungstechnik & Heuraufen bei sanilu.ch – Praktische Lösungen für die Herbst- und Winterfütterung.

3. Weidemanagement im Herbst

Nasse Herbstweiden sind eine Herausforderung für Boden, Pferde und Pferdehalter. Wer jetzt richtig handelt, schont die Weide und schützt die Hufe.

Weidezugang einschränken

Nasse Weiden nicht überlasten – Pferde zerstören den Bewuchs und verdichten den Boden irreparabel. Wechselweide einführen oder Paddock als Ausweichfläche nutzen.

Matschzonen schützen

Tore, Tränken und Futterstellen sind besondere Problemzonen. Schotter, Rindenmulch oder Gummigranulat verhindern tiefe Matschlöcher und schützen Hufe.

Zäune kontrollieren

Nasse Böden unterspülen Pfosten und lockern Fundamente. Alle Zaunpfosten auf Festsitz prüfen und wackelnde Pfosten nachbessern bevor der Winter kommt.

Weide für den Winter vorbereiten

Letzte Nachsaat September/Oktober – so regeneriert die Weide über den Winter und startet gut in den Frühling. Kot regelmässig absammeln für gleichmässigen Bewuchs.

👉 Weidezubehör & Paddockbedarf bei sanilu.ch – Alles für die Herbst- und Winterweide.

4. Hufpflege im Herbst

Der Wechsel von trockenen Sommerweiden zu nassen Herbstböden ist für Hufe eine grosse Umstellung. Jetzt ist Hufpflege besonders wichtig:

Hufpflege Herbst-Checkliste
  • Hufschmied im September/Oktober bestellen – Wartezeiten einplanen!
  • Hufe täglich auf Strahlfäule kontrollieren (nasse Böden begünstigen sie)
  • Regelmässig ausmisten und Stehflächen trocken halten
  • Hufpflegepräparate anwenden – besonders bei brüchigen Hufen
  • Bei Stollenbeschlag: Winterstollen rechtzeitig aufschrauben lassen

5. Gesundheitscheck vor dem Winter

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt für alle Vorsorgemassnahmen die das Pferd fit durch den Winter bringen:

Tierarzt & Zahnarzt
  • Jährliche Zahnkontrolle – jetzt ideal
  • Impfungen auffrischen (Influenza, Herpes)
  • Kotprobe für gezielte Wurmkur
  • Allgemeiner Gesundheitscheck
Eigenkontrollen
  • Körperkondition beurteilen (BCS)
  • Fellqualität und Glanz beobachten
  • Lymphknoten abtasten
  • Schleimhäute und Augen prüfen
Praxis-Tipp 💡

Lass im Herbst eine Kotprobe machen bevor du wurmst. Gezielte Entwurmung nach Resistenztest ist effektiver als routinemässige Behandlung – und schont dein Pferd und die Umwelt.

6. Stall winterfest machen

Stall-Checkliste für den Herbst
  • Dach und Wände auf Dichtigkeit prüfen
  • Tränken auf Frostschutz umrüsten
  • Einstreu aufstocken – dicker Strohboden wärmt
  • Belüftung kontrollieren – Zugluft abdichten aber Lüftung nicht schliessen
  • Heulager kontrollieren – ausreichend Vorrat für den Winter?
  • Stallbeleuchtung prüfen – in dunklen Wintermonaten wichtiger

👉 Frostschutz-Tränken für Pferde bei sanilu.ch – Beheizte Tränkesysteme für den Winterbetrieb.

👉 Stalleinrichtung & Zubehör bei sanilu.ch – Alles für den perfekten Pferdestall.

7. Training im Herbst anpassen

Nasse, rutschige Böden und kürzere Tage verändern die Trainingsmöglichkeiten im Herbst:

✅ Herbsttraining richtig machen
  • Aufwärmen länger – Muskeln brauchen bei Kälte mehr Zeit
  • Intensität bei Nässe und Matsch reduzieren
  • Hallenarbeit als Alternative bei schlechtem Wetter
  • Abkühlen nicht vergessen – Pferd nicht eingeschweitzt einstallen
❌ Im Herbst vermeiden
  • Scharfe Wendungen auf nassem Boden
  • Galopparbeit auf gefrorenem Untergrund
  • Intensives Training direkt nach Fellwechselbeginn
  • Pferd eingeschweitzt in kalten Stall stellen

Fazit: Fit in den Herbst – gesund durch den Winter

Wer sein Pferd im Herbst gut begleitet – beim Fellwechsel, in der Fütterung und beim Weidemanagement – legt den Grundstein für einen problemlosen Winter. Die wichtigsten Massnahmen sind einfach umzusetzen und machen einen grossen Unterschied.

Bei sanilu.ch findest du alles, was du für die Herbstvorbereitung brauchst – von Fütterungstechnik über Tränkesysteme bis hin zu Stalleinrichtung.

👉 Zum kompletten Pferdebedarf-Sortiment bei sanilu.ch →

Häufige Fragen zum Pferd im Herbst

Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd?
Der Herbstfellwechsel beginnt meist Ende August bis Anfang September und dauert 6–8 Wochen. Er wird durch die kürzer werdenden Tage ausgelöst, nicht primär durch die Temperatur. Das erklärt, warum Pferde in Boxen mit konstantem Kunstlicht oft einen verzögerten oder unvollständigen Fellwechsel haben.
Soll ich mein Pferd im Herbst eindecken?
Gesunde Pferde mit vollständigem Fellwechsel brauchen in der Regel keine Decke bis unter -5 bis -10°C. Zu früh eindecken hemmt den Fellwechsel, da der Körper denkt, er brauche kein Winterfell. Ausnahmen: geschorene Pferde, sehr alte oder kranke Tiere, sehr schlanke Pferde mit wenig Körperfettreserven.
Warum ist Herbstgras gefährlich für manche Pferde?
Herbstgras – besonders nach den ersten Nachtfrösten – kann sehr hohe Zuckergehalte (Fruktane) aufweisen. Für stoffwechselgesunde Pferde ist das kein Problem. Für Pferde mit Insulinresistenz, EMS oder Hufrehe kann es aber zu gefährlichen Reaktionen führen. Betroffene Pferde sollten morgens nach Nachtfrost keinen Weidegang haben.
Wie oft sollte mein Pferd im Herbst entwurmt werden?
Eine gezielte Entwurmung basierend auf einer Kotprobe ist besser als routinemässige Behandlung. Im Herbst (Oktober/November) empfiehlt sich eine Behandlung gegen Bandwürmer und überwinternde Larven. Konsultiere deinen Tierarzt – er kann nach Kotprobe das passende Mittel empfehlen und Resistenzentwicklung verhindern.
Wie erkenne ich ob mein Pferd gut durch den Winter kommt?
Beobachte die Körperkondition: Ein Pferd sollte in den Winter mit einer BCS (Body Condition Score) von 5–6 gehen – nicht zu mager, aber auch nicht zu fett. Taste die Rippen: Du solltest sie leicht spüren, aber nicht sehen. Ein zu mageres Pferd hat weniger Energiereserven für die Kälte; ein zu dickes Pferd ist anfälliger für Stoffwechselprobleme.