Pferd bei Matsch und Nässe: Paddock, Hufe & Haut gesund halten (2026)
Regen, Nebel, aufgeweichter Boden: Im November verwandeln sich Paddock und Weide schnell in eine Matschlandschaft. Für Pferde ist das mehr als nur unangenehm – dauerhafte Nässe belastet Hufe und Haut und kann zu Strahlfäule, Mauke oder Regenräude führen.

In diesem Ratgeber erfährst du, wo im Paddock der Matsch entsteht und wie du ihn in den Griff bekommst, wie du Hufe und Haut deines Pferdes gesund hältst und wie du die Weide über die nasse Jahreszeit schonst.
- Matsch entsteht vor allem an Tor, Tränke, Futterplatz und Unterstand. Diese Stellen zu befestigen bringt am meisten.
- Hufe täglich auskratzen und kontrollieren – so erkennst du Strahlfäule früh.
- Beine und Fell sollten regelmässig richtig abtrocknen können. Dauerhafte Nässe begünstigt Mauke und Regenräude.
- Heu gehört in eine Raufe, nicht auf den nassen Boden.
Die vier Matsch-Hotspots im Paddock
Matsch entsteht nicht überall gleich. Er bildet sich dort, wo Pferde sich oft aufhalten, stehen und drehen. Wer diese Stellen kennt, kann gezielt handeln, statt den ganzen Auslauf umzubauen.
Tor und Eingang
Pferde stehen vor dem Tor und warten auf Futter oder ihren Menschen. Der Boden wird hier am stärksten zertreten.
Tränke
Verschüttetes Wasser und ständiger Betrieb weichen den Boden rund um die Tränke auf.
Futterplatz
Mehrere Pferde, viel Bewegung und Heureste, die mit Kot und Nässe zu einer Schlammschicht werden.
Unterstand
Bei Regen drängen sich alle in den Unterstand. Der Eingangsbereich wird schnell zur Schlammzone.
Paddock matschfrei machen
Die nachhaltigste Lösung ist eine befestigte Fläche an den Hotspots. Dafür gibt es verschiedene Systeme, etwa Paddockplatten oder Rasengitter aus Kunststoff, die mit Sand oder Splitt gefüllt werden. Sie verteilen das Gewicht, verhindern, dass die Hufe einsinken, und lassen Regenwasser trotzdem versickern.
So befestigst du einen Hotspot
- Fläche festlegen: Markiere die Bereiche, die am stärksten belastet sind. Oft reichen schon einige Meter rund um Tor, Tränke und Futterplatz.
- Boden ausheben: Die weiche, humose Oberschicht abtragen, bis ein tragfähiger Untergrund erreicht ist.
- Vlies einlegen: Ein Geotextil trennt den Untergrund von der Tragschicht und verhindert, dass sich Erde und Schotter mit der Zeit vermischen.
- Tragschicht einbauen: Eine verdichtete Schicht aus Schotter sorgt für Stabilität und Entwässerung.
- Platten oder Gitter verlegen: Paddockplatten oder Rasengitter auflegen und mit Sand oder Splitt verfüllen.
Vorher abklären: Grössere Befestigungen sind bauliche Massnahmen. Besonders ausserhalb der Bauzone kann eine Bewilligung nötig sein. Erkundige dich deshalb vor dem Start bei deiner Gemeinde.
Sofortmassnahmen, die ohne Umbau helfen
Mist täglich entfernen
Kot und Nässe bilden zusammen eine besonders schmierige Schicht. Wer den Paddock täglich abmistet, reduziert Matsch, Geruch und Keime deutlich.
Futterplatz verlegen
Ist eine Stelle völlig aufgeweicht, kann es helfen, die Raufe vorübergehend an einen trockeneren Platz zu stellen. So verteilt sich die Belastung.
Heu in die Raufe
Heu auf nassem Boden verschmutzt, wird zertreten und verschwendet. Zudem nehmen Pferde beim Fressen vom Boden Sand und Erde auf. Eine Heuraufe hält das Futter sauber und trocken.
Wasser ableiten
Dachwasser vom Unterstand gehört nicht in den Paddock. Eine Dachrinne mit Ableitung verhindert, dass der Eingangsbereich jedes Mal überschwemmt wird.
Ein trockener Unterstand
Pferde sind robuste Tiere und vertragen Kälte gut. Was ihnen zusetzt, ist die Kombination aus Nässe, Wind und fehlendem trockenem Liegeplatz. Die Tierschutzverordnung verlangt deshalb, dass Pferde, die dauernd im Freien gehalten werden, Schutz vor extremer Witterung haben.
Achte darauf, dass der Unterstand gross genug ist, damit auch rangniedrige Pferde einen Platz finden. Zwei Eingänge oder eine breite, offene Front verhindern, dass ein ranghohes Pferd den Zugang blockiert. Der Liegebereich sollte trocken und eingestreut sein. Wenn du einen zusätzlichen Witterungsschutz brauchst, findest du in unseren mobilen Boxen flexible Lösungen, die sich auch auf der Weide einsetzen lassen.
Hufe und Haut gesund halten
Dauerhafte Nässe weicht Horn und Haut auf und öffnet Bakterien und Pilzen die Tür. Die drei häufigsten Probleme in der nassen Jahreszeit im Überblick:
| Problem | Wo? | Typische Anzeichen | Vorbeugung |
|---|---|---|---|
| Strahlfäule | Strahl und Strahlfurchen am Huf | Schwarze, schmierige Masse, fauliger Geruch, weicher oder zerklüfteter Strahl | Hufe täglich auskratzen, trockener Stand, regelmässiger Hufschmied-Termin |
| Mauke | Fesselbeuge, meist an den Hinterbeinen | Schuppen, Krusten, nässende oder gerötete Haut, Schwellung, im fortgeschrittenen Stadium Lahmheit | Beine trocken halten, nicht ständig waschen, getrockneten Schmutz abbürsten |
| Regenräude | Rücken, Kruppe und Hals | Verklebte, büschelartig abstehende Haare, Krusten, unter denen nässende Haut liegt | Unterstand, Fell trocknen lassen, bei Bedarf eine Regendecke |
Pferde mit weissen Beinen und Rassen mit starkem Fesselbehang sind für Mauke besonders anfällig. Bei allen drei Erkrankungen gilt: Je früher sie erkannt werden, desto einfacher ist die Behandlung. Zögere bei Veränderungen nicht, deine Tierärztin, deinen Tierarzt oder deinen Hufschmied hinzuzuziehen.
Die tägliche Hufroutine
- Hufe einmal täglich auskratzen, auch die Strahlfurchen gründlich reinigen.
- Dabei auf Geruch, Farbe und Festigkeit des Strahls achten.
- Steine und eingetretene Fremdkörper entfernen.
- Die Fesselbeugen kurz ansehen und abtasten: Sind sie warm, geschwollen oder verkrustet?
- Den Hufschmied-Rhythmus auch im Winter einhalten, meist alle sechs bis acht Wochen.
Fellpflege in der nassen Jahreszeit
Das Winterfell schützt dein Pferd mit seinem natürlichen Fettfilm vor Nässe. Zu intensives Putzen, vor allem mit Shampoo, entfernt diesen Schutz. Lass nasses, verschmutztes Fell erst trocknen und bürste den Schmutz dann aus. Kommt dein Pferd verschwitzt von der Arbeit zurück, hilft eine Abschwitzdecke, damit es nicht ausgekühlt in den Regen muss.
Weide schonen statt zertreten
Auf nassem Boden richten Pferdehufe in kurzer Zeit grosse Schäden an. Ist die Grasnarbe erst einmal zerstört, wachsen im Frühling vermehrt Unkräuter, und die Weide braucht lange, um sich zu erholen. Die Folgen spürst du dann die ganze nächste Saison.
Winterauslauf einrichten
Definiere einen festen Bereich als Winterauslauf, der stärker beansprucht werden darf. Der Rest der Weide bekommt eine Pause.
Flächen flexibel abtrennen
Mit mobilem Weidezaun aus Pfählen, Litzen oder Bändern teilst du die Weide schnell und flexibel ein und kannst Flächen je nach Wetter öffnen oder schliessen.
Nassen Boden meiden
Nach starkem Regen lieber einen Tag länger im Auslauf bleiben. Sobald der Boden wieder trägt, kann die Weide stundenweise genutzt werden.
Im Frühling nachsäen
Zertretene Stellen lassen sich im Frühling mit einer Nachsaat reparieren. Je weniger Schaden im Winter entsteht, desto weniger Arbeit hast du dann.
Passend dazu: Rund um die Tränke entsteht besonders viel Matsch. Alles für eine zuverlässige Wasserversorgung in der kalten Jahreszeit findest du in unserer Tränketechnik für Pferde, zum Beispiel die Thermotränke Isobar 250, die ohne Strom auskommt. Wie du dein Pferd generell gut durch die Übergangszeit bringst, liest du in unserem Ratgeber Pferd fit in den Herbst.
Deine November-Checkliste für Paddock und Pferd
- Matsch-Hotspots an Tor, Tränke, Futterplatz und Unterstand identifizieren
- Befestigung der stärksten Stellen planen und bei Bedarf Bewilligung abklären
- Paddock täglich abmisten
- Heu in einer Raufe statt auf dem Boden anbieten
- Unterstand auf Grösse, Zugang und trockene Liegefläche prüfen
- Hufe täglich auskratzen und Fesselbeugen kontrollieren
- Weide abtrennen und einen festen Winterauslauf einrichten
Häufige Fragen
Wie bekomme ich meinen Paddock matschfrei?
Am wirkungsvollsten ist es, die stark beanspruchten Stellen an Tor, Tränke, Futterplatz und Unterstand zu befestigen, zum Beispiel mit Paddockplatten oder Rasengittern auf einer Schotter-Tragschicht. Zusätzlich helfen tägliches Abmisten, eine Heuraufe und das Ableiten von Dachwasser.
Woran erkenne ich Strahlfäule?
Typisch sind eine schwarze, schmierige Masse in den Strahlfurchen und ein fauliger Geruch. Der Strahl kann weich oder zerklüftet sein. Bei Verdacht solltest du deinen Hufschmied oder deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt hinzuziehen.
Was hilft gegen Mauke beim Pferd?
Vorbeugend ist es wichtig, die Beine so trocken wie möglich zu halten, Schmutz erst trocknen zu lassen und dann abzubürsten und die Beine nicht ständig zu waschen. Bei ersten Anzeichen wie Krusten, Rötungen oder Schwellungen solltest du die Ursache tierärztlich abklären lassen, da Mauke verschiedene Auslöser haben kann.
Braucht mein Pferd im Herbst und Winter einen Unterstand?
Ja. Pferde, die dauernd draussen gehalten werden, brauchen gemäss Tierschutzverordnung Schutz vor extremer Witterung. Ein trockener, ausreichend grosser Unterstand schützt vor Nässe und Wind und bietet einen trockenen Liegeplatz.
Sollte ich mein Pferd im Winter auf die Weide lassen?
Auf nassem Boden zertreten Pferde die Grasnarbe schnell. Besser ist ein fester Winterauslauf, während die Weide geschont wird. Trägt der Boden wieder, kann die Weide stundenweise genutzt werden.
Die Hinweise zu Huf- und Hauterkrankungen ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Veränderungen an Hufen, Haut oder Fell wende dich immer an eine Tierärztin, einen Tierarzt oder deinen Hufschmied.