Hühner im Herbst: Mauser, Legepause & Stall winterfest machen (2026)

Überall liegen Federn im Stall, das Nest bleibt leer, und deine Hennen sehen aus, als hätten sie eine harte Woche hinter sich? Keine Sorge – im Herbst ist das bei Hühnern ganz normal.

Gruppe von braunen Hühnern auf dem Gehegeboden vor einem hölzernen Hühnerstall mit Hühnerleiter

Die Mauser, kürzere Tage und die ersten kalten Nächte stellen den Hühnerstall jedes Jahr vor dieselben Herausforderungen. In diesem Ratgeber erfährst du, was während der Mauser im Körper deiner Hühner passiert, warum die Legepause sinnvoll ist, woran du erkennst, wann du doch genauer hinschauen solltest – und wie du den Stall Schritt für Schritt winterfest machst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Mauser und Legepause im Herbst sind natürlich. Die Hennen brauchen jetzt viel Eiweiss und vor allem Ruhe.
  • Hühner vertragen Kälte gut. Gefährlich sind Zugluft, Feuchtigkeit und schlechte Luft im Stall.
  • Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für eine gründliche Stallreinigung und die Milbenkontrolle.
  • Jede Geflügelhaltung muss in der Schweiz beim Kanton registriert sein – auch mit nur zwei Hühnern.

Das Hühnerjahr im Herbst und Winter

Mauser und Legepause folgen einem klaren Rhythmus, der sich nach der Tageslänge richtet:

September bis November

Mauser

Die alten Federn fallen aus, neue wachsen nach. Die Legeleistung sinkt stark oder stoppt ganz.

Oktober bis Januar

Legepause

Kurze Tage signalisieren dem Körper: Pause. Die Hennen regenerieren und bauen Reserven auf.

Dezember bis Januar

Ruhephase

Im neuen Federkleid gut isoliert, verbringen die Hühner mehr Zeit im Stall und brauchen mehr Energie.

Ab Februar

Neustart

Mit den längeren Tagen kommt die Legelust zurück. Oft sind die ersten Eier des Jahres besonders gross.

Der genaue Zeitpunkt ist von Henne zu Henne verschieden. Junghennen aus dem Frühjahr mausern im ersten Herbst oft gar nicht richtig und legen sogar durch. Ältere Hennen mausern dagegen meist früher und länger.

Die Mauser: Was im Körper deiner Hühner passiert

Einmal im Jahr tauschen Hühner ihr komplettes Federkleid aus. Das ist Schwerstarbeit: Federn bestehen fast vollständig aus Eiweiss, und ein Huhn bildet während der Mauser mehrere tausend neue Federn. Die Energie und das Protein, die sonst in die Eier fliessen, braucht der Körper jetzt für das neue Gefieder. Deshalb stellen die meisten Hennen das Legen ein.

Eine Mauser dauert je nach Rasse und Alter etwa sechs bis zwölf Wochen. Du erkennst sie an:

  • auffällig vielen Federn im Stall und Auslauf
  • kahlen Stellen, meist zuerst an Hals und Kopf, danach Rücken, Brust und Schwanz
  • nachwachsenden Federkielen, die wie kleine Stifte aus der Haut ragen
  • ruhigeren, manchmal etwas empfindlichen Hennen

So unterstützt du deine Hühner während der Mauser

Eiweissreich füttern

Ein hochwertiges Legehennen-Alleinfutter ist die Basis. Viele Halter setzen während der Mauser zusätzlich auf spezielles Mauserfutter aus dem Fachhandel mit mehr Protein und Mineralstoffen.

Ruhe statt Stress

Die neuen Federkiele sind gut durchblutet und empfindlich. Hebe mausernde Hühner möglichst nicht hoch und integriere jetzt keine neuen Tiere in die Gruppe.

Federpicken im Blick behalten

Blutende Kiele ziehen andere Hühner an. Trenne eine verletzte Henne kurz ab, bis die Stelle abgeheilt ist, und sorge mit Sandbad und Picksteinen für Beschäftigung.

Mineralien immer verfügbar

Grit und Muschelkalk gehören das ganze Jahr in den Stall. Sie unterstützen die Verdauung und sind nach der Legepause wichtig für stabile Eierschalen.

Legepause: natürlich, sinnvoll und kein Grund zur Sorge

Auch ohne Mauser legen Hühner im Winter deutlich weniger. Der Grund ist das Licht: Die Legeleistung hängt stark von der Tageslänge ab. Werden die Tage im Herbst kürzer, fährt der Körper die Eiproduktion herunter. Diese Pause ist sinnvoll – der Körper erholt sich und füllt seine Kalzium- und Nährstoffreserven wieder auf.

Manche Halter verlängern den Tag mit künstlichem Licht, damit die Hennen weiterlegen. Wer das macht, sollte die Beleuchtung langsam steigern und den Tieren eine ausreichende Nachtruhe lassen. Die Schweizer Tierschutzverordnung begrenzt die Hellphase für Hausgeflügel auf höchstens 16 Stunden pro Tag. Für eine kleine Hobbyhaltung empfehlen wir aber: Gönn deinen Hennen die Pause. Sie danken es dir mit gesunden Eiern im Frühling.

Wann du genauer hinschauen solltest: Ein plötzlicher, starker Rückgang der Legeleistung ohne erkennbare Mauser kann auch ein Hinweis auf eine Krankheit sein. Das BLV nennt als mögliche Anzeichen für Vogelgrippe unter anderem Atembeschwerden, Schwellungen am Kopf, dünne oder fehlende Eischalen, ausgeprägte Teilnahmslosigkeit oder erhöhte Todesfälle. Treten solche Symptome auf, informiere sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Hühnerstall winterfest machen

Gesunde, voll befiederte Hühner vertragen Kälte erstaunlich gut – eine Heizung braucht der Stall in der Regel nicht. Viel wichtiger ist ein trockenes, zugfreies Klima mit guter Luft. Feuchtigkeit und Ammoniak aus dem Kot belasten die Atemwege und begünstigen Erfrierungen an Kamm und Kehllappen. Deshalb gilt: erst die Mauser gut überstehen lassen, dann den Stall für den Winter vorbereiten.

Lüften ohne Zugluft

Lüftungsöffnungen gehören oben unter das Dach, nicht auf Höhe der Sitzstangen. Dicht verschliessen solltest du den Stall nie – schlechte Luft ist für Hühner gefährlicher als Kälte. Aktiv unterstützen kann dich unser Smart Chicken Coop System: Der Doppellüfter zieht feuchte, belastete Luft nach draussen und führt Frischluft ohne Zug nach innen.

Trockene Einstreu

Feuchte Einstreu regelmässig entfernen und durch frische ersetzen. Eine Kotwanne unter den Sitzstangen erleichtert die tägliche Reinigung und hält den Stall trockener.

Die richtigen Sitzstangen

Breite, eckige Holzstangen mit abgerundeten Kanten sind ideal: Die Hühner können beim Schlafen ihre Zehen mit dem Bauchgefieder bedecken und so vor Kälte schützen.

Dach und Holz prüfen

Undichte Stellen am Dach jetzt reparieren. Holzställe schützt du vor dem Winter mit einer frischen Lasur – am besten an einem trockenen, milden Herbsttag. Ist der alte Stall nicht mehr zu retten, findest du in unseren Hühnerställen passenden Ersatz.

Wasser frostfrei halten

Hühner brauchen auch im Winter jederzeit Wasser. Kontrolliere die Tränke bei Frost mehrmals täglich oder setze auf eine beheizbare Lösung.

Schutz vor Fuchs und Marder

Im Herbst sind Fuchs und Marder besonders aktiv, und es wird früh dunkel. Eine automatische Hühnertür schliesst den Stall zuverlässig, auch wenn du abends später nach Hause kommst – beim Smart Chicken Coop System ist sie gleich mit dabei. Ein stabiler Hühnerzaun oder ein Geflügelnetz rund um den Auslauf sorgt für zusätzlichen Schutz.

Späte Küken brauchen Wärme: Anders als erwachsene Hühner können Küken ihre Körpertemperatur in den ersten Wochen noch nicht selbst halten. Hast du im Spätsommer noch Nachwuchs bekommen, ist eine Wärmeplatte für Küken die sichere Wahl. Die Küken wärmen sich darunter wie unter einer Glucke, und anders als bei einer Wärmelampe gibt es keine heisse, offene Lichtquelle im Stroh.

Grundreinigung und Milbenkontrolle

Die Rote Vogelmilbe versteckt sich tagsüber in Ritzen und Spalten und saugt nachts Blut. Ein starker Befall schwächt die Hühner – gerade während der Mauser. Bevor es richtig kalt wird, lohnt sich deshalb eine gründliche Reinigung:

  1. Kontrollieren: Fahre abends mit einem weissen Tuch unter die Sitzstangen oder leuchte mit einer Taschenlampe in die Ritzen. Kleine rote oder graue Punkte deuten auf Milben hin.
  2. Komplett ausmisten: Einstreu, Nestmaterial und Kot vollständig entfernen und Sitzstangen, Nester und Kotwannen ausbauen.
  3. Gründlich reinigen: Alle Flächen mit heissem Wasser und einer Bürste schrubben, besonders Ritzen, Ecken und die Auflagen der Sitzstangen. Für Kotwannen aus Kunststoff eignet sich unser Sanilu Clean: Es löst hartnäckige Kalk- und Kotablagerungen, zeigt mit Bläschen an, wo noch Rückstände sind, und wird kalt angewendet. Danach gründlich mit kaltem Wasser spülen.
  4. Trocknen lassen: Den Stall offen und gut durchlüftet vollständig trocknen lassen, bevor du frisch einstreust.
  5. Nachbehandeln und wiederholen: Kieselgur in Ritzen und Nestern kann Milben mechanisch bekämpfen. Trage dabei eine Staubmaske. Weil aus den Eiern neue Milben schlüpfen, solltest du die Kontrolle nach etwa einer Woche wiederholen.

Auslauf und Fütterung im Winter

Im Herbst verwandelt sich der Auslauf schnell in Matsch. Eine Schicht Holzhackschnitzel oder Sand in den stark begangenen Bereichen hält die Füsse sauberer und trockener. Ein überdachter Teil des Auslaufs bietet Schutz bei Regen und Schnee – und ist Gold wert, falls die Behörden Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe anordnen.

Weil im Winter frisches Grün fehlt, freuen sich deine Hühner über Gemüse wie Karotten, Kohl oder Kürbis. Viele Halter geben am Nachmittag zusätzlich eine Handvoll Körner. Diese werden langsam verdaut und liefern Energie für die lange, kalte Nacht. Salzige, gewürzte oder verdorbene Essensreste haben im Hühnerfutter dagegen nichts verloren.

Registrierungspflicht und Vogelgrippe: das musst du wissen

In der Schweiz ist die Registrierung von Geflügelhaltungen seit 2010 obligatorisch – und zwar für alle, auch für kleine Hobbyhaltungen mit nur wenigen Hühnern. Gemeldet wird beim kantonalen Veterinärdienst bzw. der zuständigen kantonalen Stelle. So können die Behörden Halterinnen und Halter im Ernstfall schnell informieren.

Gerade in der Zugvogelzeit im Herbst und Winter steigt das Risiko, dass Wildvögel die Vogelgrippe einschleppen. Im letzten Winter hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ab November 2025 schweizweite Präventionsmassnahmen angeordnet und diese per 1. April 2026 wieder aufgehoben. Ob und wann erneut Massnahmen gelten, hängt von der aktuellen Lage ab. Informiere dich deshalb regelmässig auf der Vogelgrippe-Seite des BLV.

Vorbereitet sein: Plane schon jetzt, wie du deinen Auslauf bei Bedarf mit einem Netz oder Dach vor Wildvögeln schützen kannst. Futter und Wasser gehören ohnehin in den Stall oder unter ein Dach, damit Wildvögel keinen Zugang haben.

Du planst für das nächste Jahr einen neuen Stall oder willst deine Haltung erweitern? In unserem Ratgeber Hühnerstall bauen findest du alles zur Planung.

Deine Oktober-Checkliste für den Hühnerstall

  • Mausernde Hennen mit eiweissreichem Futter versorgen und Stress vermeiden
  • Stall komplett ausmisten, reinigen und auf Milben kontrollieren
  • Lüftung prüfen: frische Luft, aber keine Zugluft auf Höhe der Sitzstangen
  • Dach, Türen und Klappen auf Schäden kontrollieren, Holz lasieren
  • Frostschutz für die Tränke vorbereiten
  • Matschige Stellen im Auslauf mit Hackschnitzeln oder Sand befestigen
  • Registrierung beim Kanton prüfen und Plan für einen geschützten Auslauf machen

Häufige Fragen

Warum legen meine Hühner im Herbst keine Eier mehr?

Meist sind Mauser und kürzere Tage der Grund. Während der Mauser braucht der Körper Eiweiss und Energie für das neue Federkleid, und mit abnehmendem Tageslicht fährt er die Eiproduktion natürlich herunter. Mit den längeren Tagen ab Februar beginnen die meisten Hennen wieder zu legen.

Wie lange dauert die Mauser bei Hühnern?

Je nach Rasse, Alter und Gesundheit etwa sechs bis zwölf Wochen. Ältere Hennen mausern oft länger als junge.

Brauchen Hühner im Winter einen beheizten Stall?

In der Regel nicht. Gesunde, voll befiederte Hühner vertragen Kälte gut. Wichtiger sind ein trockener, zugfreier Stall mit guter Lüftung, trockene Einstreu und frostfreies Trinkwasser.

Muss ich meine Hühner in der Schweiz registrieren?

Ja. Seit 2010 müssen alle Geflügelhaltungen beim Kanton registriert sein, unabhängig von der Anzahl Tiere und auch bei reiner Hobbyhaltung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Stallreinigung?

Eine gründliche Grundreinigung empfiehlt sich im Herbst, bevor es richtig kalt wird. So startest du mit einem sauberen, milbenfreien Stall in den Winter. Im Sommer ist eine zusätzliche Kontrolle wichtig, weil sich Milben bei Wärme besonders schnell vermehren.

Angaben zu Registrierungspflicht und Vogelgrippe gemäss Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Stand Oktober 2026. Bei Krankheitsanzeichen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.