Hühnerstall bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung (2026)
Eigene Hühner halten – frische Eier direkt aus dem Garten – das klingt idyllisch und ist es auch! Doch der Traum beginnt mit dem richtigen Fundament: einem sicheren, artgerechten Hühnerstall. Wer seinen Hühnerstall selber bauen möchte, braucht einen durchdachten Plan, die richtigen Materialien und ein paar Grundkenntnisse über die Bedürfnisse von Hühnern. In dieser umfassenden Anleitung (aktualisiert 2026) zeigen wir dir, wie du Schritt für Schritt einen Hühnerstall baust, der deinen Tieren ein artgerechtes Zuhause bietet – und dir jahrelange Freude bereitet.

Inhaltsverzeichnis ▼
- Mindestens 1 m² Stallinnenfläche pro Huhn (Schweizer Tierschutzgesetz) – empfohlen 1,5–2 m².
- Fundament und Boden müssen grabsicher sein – Fuchs, Marder und Ratten sind die grössten Gefahren.
- Alle Ausläufe mit Geflügelnetz (max. 25 mm Maschen) und 30 cm tiefem Bodengitter sichern.
- In der Schweiz gilt Registrierungspflicht für jede Geflügelhaltung – auch Hobbyhaltungen.
- Bei Ställen über 8–10 m² je nach Kanton eine Baubewilligung einholen.
1. Planung: Wie gross soll der Hühnerstall sein?
Bevor der erste Nagel eingeschlagen wird, steht die Planung. Die Grösse des Stalls hängt von der Anzahl deiner Hühner ab. Als Faustregel gilt:
- Mindestens 1 m² Stallfläche pro Huhn
- Aussengehege: mindestens 4 m² pro Huhn
- Deckenhöhe: mindestens 1,80 m
- Legenest: 1 Nest pro 4–5 Hennen
- 1,5–2 m² Stallfläche pro Huhn
- Für 5–6 Hühner: ca. 8–10 m² Stall
- Aussengehege: 25–30 m²
- Lieber grosszügig planen – du wirst schnell mehr Hühner haben wollen!
Berücksichtige beim Standort die Himmelsrichtung. Eine Süd- oder Ostausrichtung des Stalls sorgt für optimale Besonnung und hilft, den Stall im Winter warm zu halten.
2. Materialien und Werkzeug
Für einen stabilen Hühnerstall aus Holz benötigst du folgende Grundmaterialien:
- Kanthölzer 10 x 10 cm oder 8 x 8 cm für das Rahmenwerk
- Nut-Feder-Bretter oder OSB-Platten für Wände und Boden
- Dachlatten und Dachpappe oder Bitumenschindeln
- Druckimprägniertes Holz für alle erdnahen Teile
- Aussenfarbe oder Holzschutzlasur (ungiftig, tierfreundlich)
- Kaninchendraht oder Geflügelnetz (Maschenweite max. 25 mm)
- Stallriegel, Scharniere aus Edelstahl oder verzinktem Stahl
- Betonplatten oder -fundament für die Grundplatte
- Schrauben und Nägel (verzinkt)
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3. Schritt-für-Schritt-Bauanleitung
Ein stabiles Fundament schützt vor Fuchs, Marder und Ratten. Optionen: Betonplatte giessen (ca. 10 cm dick) für permanente Ställe, Punktfundamente aus Betonsteinen als günstigere Alternative, oder Unterkonstruktion aus druckimprägniertem Holz auf Betonfüssen für leicht versetzbare Ställe. Der Boden muss grabsicher sein – eine Fundamentplatte oder ein vergrabenes Drahtgitter (mindestens 30 cm tief) sind Pflicht.
Errichte den Grundrahmen aus Kanthölzern. Stelle die vier Eckpfosten auf und verbinde sie mit horizontalen Querstreben. Fülle die Wandflächen mit Nut-Feder-Brettern oder OSB-Platten (mindestens 2 cm stark). Fugen abdichten, mindestens 2 Lüftungsöffnungen einplanen und diese mit Drahtgitter sichern.
Ein Satteldach oder Pultdach leitet Regenwasser optimal ab. Dachbalken mit Gefälle von mindestens 10° einbauen, Dachlatten aufschrauben, Dachpappe unterlegen und Bitumenwellplatten oder Dachschindeln aufbringen. Überstand von mindestens 30 cm an allen Seiten – auf der Südseite 50–60 cm für optimalen Schatten im Sommer.
Plane eine grosse Reinigungstür (mind. 70 x 80 cm), ein oder mehrere Fenster mit Drahtgitterschutz sowie eine Hühnerklappe (ca. 25 x 30 cm) für den Zugang ins Freie. Wichtig: Solide Riegel an allen Türen – Marder öffnen Standard-Schnapphaken problemlos!
Sitzstangen: ca. 25–30 cm pro Huhn, rund (Ø 4–5 cm), 50–80 cm über dem Boden. Legenester: 1 Nest (30 x 30 cm) pro 4–5 Hennen, leicht erhöht und abgedunkelt, gefüllt mit Stroh oder Hobelsпänen. Boden: 5–10 cm Hobelspäne, Stroh oder Sand.
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4. Strom, Licht und Wasser im Hühnerstall
Wer seinen Hühnern auch im Winter eine gute Legetätigkeit sichern möchte, sollte über Beleuchtung nachdenken. 14–16 Stunden Licht täglich sind optimal – eine einfache LED-Zeitschaltung reicht völlig aus. Für die Wasserversorgung empfehlen sich Hängenippel oder automatische Tränken, da sie hygienischer als offene Schüsseln sind. Im Winter müssen diese beheizt sein.
- LED-Zeitschaltung für 14–16 Stunden Licht pro Tag im Winter
- Automatische Tränken statt offene Schüsseln – hygienischer und einfacher
- Frostschutz-Tränken für den Schweizer Winter einplanen
- Alle Kabel und Steckdosen spritzwassergeschützt installieren (IP44 oder höher)
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5. Aussengehege (Auslauf) richtig absichern
Auch der Auslauf muss Raubtieren standhalten. Ein sicher eingezäuntes Aussengehege schützt deine Hühner vor Fuchs, Marder und Greifvögeln – rund um die Uhr.
- Geflügelnetz oder Kaninchendraht – Maschenweite max. 25 mm
- Mindestens 1,80 m hohe Zaunpfosten
- Drahtgitter im Boden eingraben: 30 cm tief und 30 cm waagerecht nach aussen
- Überdachung aus Netz oder Folie – gegen Greifvögel und Regen
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6. Hygiene und Pflege: So bleibt dein Stall sauber
Regelmässige Stallhygiene ist essenziell für die Gesundheit deiner Tiere. Krankheiten entstehen meist dort, wo Einstreu zu lange nicht gewechselt und Tränken zu selten gereinigt werden.
Eier einsammeln, Wasser und Futter nachfüllen, grobe Verschmutzungen entfernen.
Einstreu lockern, Tränken und Futtertröge reinigen, Sitzstangen auf Milbenbefall prüfen.
Einstreu vollständig wechseln, Stallwände und Sitzstangen abkratzen.
Komplette Grundreinigung mit stallgeeignetem Desinfektionsmittel.
Streue Kieselgur (Diatomeenerde) regelmässig in die Einstreu und unter die Sitzstangen. Das wirkt präventiv gegen Stallmilben und Ektoparasiten – vollkommen natürlich und ohne Chemie.
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7. Rechtliche Grundlagen in der Schweiz
In der Schweiz gelten klare Vorschriften für die Hühnerhaltung. Wer diese kennt, vermeidet ärgerliche Nachbesserungen und teure Bussen.
Jede Geflügelhaltung – auch Hobbyhaltungen mit wenigen Tieren – muss beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) registriert werden. Dies gilt seit 2010 und dient der Überwachung der Tiergesundheit. Bei Ställen über 8–10 m² ist je nach Kanton eine Baubewilligung nötig – Gemeindeverwaltung vorab anfragen!
- Tierschutzverordnung (TSchV): Mindestflächen und Ausstattungspflichten prüfen
- Registrierung beim BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen)
- Baubewilligung bei der Gemeindeverwaltung anfragen (ab ca. 8–10 m²)
- Stallstandort so wählen, dass Nachbarn nicht übermässig durch Gerüche belastet werden
Fazit: Hühnerstall selber bauen lohnt sich!
Mit etwas Planung, den richtigen Materialien und dieser Anleitung baust du einen Hühnerstall, der deinen Tieren jahrzehntelang ein artgerechtes Zuhause bietet. Die Anfangsinvestition lohnt sich – nicht nur durch frische Eier, sondern auch durch die Freude an diesen charmanten Tieren.
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